Filmanalyse


Der ohnmächtige Erwachsene: Sven


Quelle:Memfis Film & Television

Sven, Vater von Harald und an Krebs leidend, ist ein durch und durch gebrochener Erwachsener, der die Trennung von seiner Frau nicht verkraftet hat, seinen nahenden Tod ahnt und sich durch exzessive Ausbrüche von verbaler und rassistischer Gewalt dagegen aufbäumt. Symbolisch für seine Gebrochenheit steht sein Rollstuhl. Svens exzessive verbale Brutalität ist zutiefst ungerecht und ungerechtfertigt. Offensichtlich war er früher ein mächtiger Mann, dem alle gehorchten. Jetzt ist er nur noch ein sterbender Krüppel, der sich gegen sein Leben und alles Schöne aufbäumt. Dennoch müssen die Kinder erleben, dass sich Johanson nicht gegen ihn wehren kann und schließlich seinen Zorn an ihnen selbst ausläßt.

Sie erleben in Svens Todeskampf im Krankenhaus ihre eigene magische Macht, denn Annika hat ihm ja einen qualvollen Tod gewünscht. Zugleich sehen sie, wie unwürdig es ist, sich im Zorn von der Welt zu verabschieden. Dies ist die einzige Szene, in der die Kinder wirklich entsetzt und ohnmächtig sind.

An der Figur von Sven wird deutlich, dass es in der Erwachsenenwelt Machtmechanismen gibt, die sich in der Interaktion manifestieren und die zutiefst ungerecht sind. Diese Machtmechanismen gründen in einer unbekannten Vergangenheit, in Geld oder sozialem Einfluss und sind bis zum erbärmlichen Tod immer noch wirksam, auch wenn das wirkliche Fundament von Svens Macht längst zerbrochen ist.

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