Filmanalyse


Der Aufbau einer Filmanalyse

Jede Filmanalyse ist unterschiedlich, weil jeder Film unterschiedlich ist und weil jede/r Betrachter/in unterschiedliche Aspekte ins Zentrum der Analyse stellt. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten: Kapitel, die in keiner Filmanalyse fehler sollten. Hier ein schematischer Überblick, wie Sie eine Filmanalyse aufbauen.

1. Mein erster Eindruck

Am Beginn Ihrer Filmanalyse sollte Ihr erster Eindruck vom Film stehen. Am besten schreiben Sie diesen direkt nach dem ersten Anschauen. Auf folgende Aspekte können oder sollten Sie hier eingehen:

  • Was löst der Film bei mir aus? (Gedanken, Gefühle)
  • Warum hat mich der Film beeindruckt?
  • Welche Szenen oder Passagen haben mich besonders beeindruckt?
  • Was zeichnet den Film gegenüber anderen Filmen aus, die das gleiche Thema behandeln oder zum gleichen Genre gehören?
  • Hat der Film ein Thema oder eine Kernaussage?
  • Gibt es formale Besonderheiten (Gestaltung, Erzählweise, Dramaturgie, Inszenierung, Bilder, Schnitt, Musik), die mich besonders angesprochen haben?
  • Gibt es inhaltliche Aspekte, die ich bemerkenswert finde?
  • Unter welchem Blickwinkel/Fokus kann man den Film analysieren?

Umfang ca. 2 Seiten, nicht zu detailliert. Aus diesen Notizen erstellen Sie später die Einleitung Ihrer Filmanalyse.

2. Inhaltsangabe

Umfang ca 1-2 Seiten. Hier gehen Sie auf den Stoff oder die Handlung des Films ein, wie Sie sie in einer kurzen Zusammenfassung geben würden (max. 2 Seiten)

3. Sequenzprotokoll

Im nächsten Schritt fertigen Sie ein Sequenzprotokoll. Sequenzen sind inhaltlich zusammenhängende Einheiten der Handlung. Entscheidender Unterschied zur Inhaltsangabe ist, dass hier die Sequenzen in der Reihenfolge erzählt werden, wie sie der Zuschauer im Film sieht. Das ist bei einer Inhaltsangabe nicht der Fall.

In der Regel besteht ein Spielfilm aus ca. 50 Sequenzen. Sie beschreiben die wichtigsten Aspekte jeder Sequenz, also vor allem die Handlung, die dazugehörigen Zeitangaben sowie weitere Besonderheiten, die Ihnen in den einzelnen Sequenzen auffallen (Kameraführung, Musik, wiederkehrede Themen oder Motive etc.)

Zum Unterschied von Inhaltsangabe und Sequenzprotokoll vgl. auch die Ausführung zu Story und Plot hier im Wiki. Beispiele für knapp gehaltene Sequenzprotokolle finden Sie z. B. in den Filmhelften der Bundeszentrale für politische Bildung.

4. Filminformationen

Recherchieren Sie alle Hintergrundinformationen zum Film, die Sie bekommen können. Interessant könnte sein:

  • Wichtiges zur Entstehung
  • War der Film ein kommerzieller Erfolg? (Box-Office-Informationen)
  • Aussagen von Regisseur, Produzent, Hauptdarstellern (z. B. Intervies in Zeitungen oder auf der DVD)
  • Audiokommentare auf DVDs
  • Anekdoten vom Dreh (Making of, Outtakes, ...)
  • Wie wurde der Film aufgenommen? Kritik, Rezensionen, Preise ...

5. Der Kern der Filmanalyse

Im Hauptteil Ihrer Analyse geht es nun darum, den Film, das Thema und Ihre eigenen Gefühle/Denkprozesse/persönliche Betrachtung in ein ausgewogenes Gleichgewicht zu bringen.

Im wesentlichen hat dieser Teil die Form einer Erörterung. Hier steht die Betrachtung des Films unter Ihrem Fokus im Zentrum. Den Fokus haben Sie schon ganz zu Beginn herausgearbeitet und benannt.

Ihre eigene Subjektivität ist erwünscht und darf sein! Sie beziehen diesen Fokus auf den Film als Ganzes oder auch auf einzelne Szenen. Wichtig ist, dass Sie dabei dem Film, dem Thema und Ihrer eigenen Betrachtungsperspektive gleichermaßen gerecht werden. Umfang ca. 5 - 7 Seiten.

6. Schluss

Bearbeiten · Historie · Hochladen · Aktuelle Änderungen · Druckansicht · Intern · Zuletzt geändert am 05.07.2011 14:23 Uhr