Identität


Selbstpräsentation

"All the world's a stage,And all the men and women merely players: They have their exits and their entrances; And one man in his time plays many parts,

(aus Shakespeare (1600) in "As you like it" --> Original?)

All the world is not, of course, a stage, but the crucial ways in which it isn't are not easy to specify.

(aus Erving Goffman and Modern Sociology. by Philip Manning Author(s) of Review: Charles Edgley, Social Forces, Vol. 73, No. 2 (Dec., 1994), pp. 766-767)

Zwei Zeiten, zwei Autoren und zwei sehr ähnliche Vorstellungen. Selbstpräsentation in den Zeiten von Shakespeare diente hauptsächlich dazu, zwei Informationen deutlich zu transportieren:

von vorne herein die eigene Stellung bzw. den erreichten Platz in der Hierarchie der Gesellschaft darzustellen und

(in der Regel) deutlich zu machen, dass man diesen Platz akzeptierte und bereit ist, die entsprechende Rolle zu spielen.

Wichtigstes Signal, sich abzugrenzen und darzustellen, war die Kleidung, die Sprache (Dialikt oder Hochsprache), das Benehmen und Architektur. In Großbritannien und Frankreich müssen alle Universitätsabsolventen, die Karriere ganz oben in der Gesellschaftshierarchie machen wollen, auch heute noch Sprachkurse belegen, in denen sie lernen akzentfrei zu sprechen. Hochsprache weist sie praktisch in dem Moment wo sie im wahrsten Sinne des Wortes den Mund aufmachen als Zugehörige/r eine Elitegruppe aus. Auch die Art und Weise wie Menschen wohnen signalisiert viel über ihre Stellung oder Überzeugung --> Architektur?.

Wir stimmen sicherlich darüber überein, dass viele Elemente der o.a. Selbstpräsentation heute nicht mehr so eindeutig sind. Außerhalb der beruflichen Kontexte ist es nicht mehr so einfach,auf Grund der Kleidung auf die gesellschaftliche Stellung oder die Haltung zu schließen. Innerhalb der Berufe, weist die Berufskleidung aber darauf hin, dass diese Person ein Mitarbeiter und kein Kunde oder Patient ist.

Sprache, Benehmen und Kleidung sind jedoch auch heute noch ein Aktionsfeld, das gerne für Selbstinszenierungen genutzt wird. Und nicht nur dafür, mit Sprache, Benehmen und Kleidung können wir auch signalisieren, dass wir unsere Stellung und Rolle in einem betimmten Kontext akzeptieren. Aus Erfahrung wissen wir, dass wir unser Verhalten normalerweise dem jeweiligen Setting? anpassen. Oft ist uns das noch nicht einmal bewusst.

Auf den folgenden Seiten wollen wir erarbeiten, wie heute Selbstpräsentation in Szene gesetzt wird und vor allem, wie Medien - und hier vorzugsweise die Möglichkeiten von Web 2.0 - diesen Prozess beeinflussen.

Bearbeiten · Historie · Hochladen · Aktuelle Änderungen · Druckansicht · Intern · Zuletzt geändert am 11.10.2011 14:54 Uhr