Identität


Die Frage nach der Identität ist so alt wie die Menschheit


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Identität (lat. derselbe) im Wortsinn bedeutet mit etwas vollkommen übereinstimmen:

"Die Übereinstimmung einer Person oder Sache mit dem, was sie ist oder sich bezeichnet zu sein." (Brockhaus 2006)

Was oder wer bin ich wirklich, wer ist derjenige hinter der Fassade, diese Frage stellen sich die Menschen schon lange:


Er [Hillel] sagte: Wenn ich nicht für mich selbst bin, wer ist dann für mich? Und wenn ich für mich selbst bin, was bin ich? Und wenn nicht jetzt, wann? Hillel, der Ältere, war jüdischer Patriarch ca. von 30 v.Ch. bis 10 n.Ch. und gilt als einer der großen Schriftgelehrten der Juden. Ohne nun die Geschichte der Identität vom 9. Jahrhundert bis heute erschließen zu wollen, ist --> Hillel? der Anknüpfungspunkt zu

Emmanuell Levinas (1906-1995 Philosoph), der sich Menschen grundsätzlich als Subjekte ohne Identität, vor allem frei von soziokulturellen Zwängen, dachte. Identität des einzelnen Subjektes entsteht nach Levinas im Kontakt mit anderen Subjekten. Jedes Subjekt soll sich - ergebnisoffen - selbst entscheiden, inwieweit es sich auf gesellschaftliche oder zwischenmenschliche Erwartungen oder Zwänge einlässt. Levinas selbst sah die empfundene Verantwortung und Liebe als die größte Herausforderung für die Identitätsfindung an (vgl. Levinas und Keupp, 2002, S. 18). Levinas' Gedanken wurden später von Jaques Derrida aufgegriffen.

Max Weber (1864-1920), Soziologe und Ökonom, postuliert Identität als ein unwandelbares, festes Gehäuse, dass gegen die Anfechtungen der Gesellschaft zu verteidigen sei. Weber war tief verhaftet in den Überzeugungen evangelischer Religion, die er über das Leben den 90. Psalm verinnerlicht hat: "... wenn es köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen.". Identität, so Weber, entsteht zuvörderst über Arbeitsethos und Erwerbsarbeit (vgl. Keupp, 2002, S. 22). Diese Überzeugung von Identität als etwas einer Person eignes Unantastbares blieb lange erhalten und spiegelt sich, wenn auch unter anderen Blickwinkeln, in den Vorstellungen von

Crawford B. Macpherson (1911-1987 Politologe) und Alistair Macintyre (1929 Philosoph und Kommunitarist) vertreten die Überzeugung, dass Individuen Eigentümer ihre Identität und ihrer "humanen Eigenschaften" seien und zwar "getrennt von und vor ihrer Mitgliedschaft in irgendeiner besonderen sozialen und politischen Ordnung." (Macintyre in Keupp: 2002, Seite 20) Obwohl die Entstehung von Identität nicht ohne den Kontakt und die Interaktion von und mit den anderen Menschen gedacht werden kann, wird Identität als ein davon unabhängiger Wesenskern erzählt.--> Einführung Teil 2?

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