Identität


Gestalt gewinnen durch Narration

Identität mit Narrationen zu konstruieren meint nicht einfach Geschichten zu erzählen. Der/Die Einzelne verknüpft und verwebt seine/ihre Konflikte, Spannungen, Erwartungen, Hoch- und Tiefpunkte mit den alltäglich erlebten Ereignissen. Die Art und Weise wie dies geschieht erzählt die ganz eigene Geschichte eines Individuums und soll die Antwort geben auf die Fragen: "Wer bin ich?" und "Warum tue ich das?" Die Narrationen sind ein komplizierter Prozess, in dem Geschehnissen und Handlungen Bedeutungen zugewiesen oder in der Narration mit anderen ausgehandelt werden. Je nachdem wie sich der/die Erzähler/in selbst sehen oder begreifen möchte, wird die Geschichte unterschiedlich erzählt z.B.:

als ohnmächtige Person, die niemals Einfluss hat

als cooler Typ, der alles im Griff hat

als taffe Frau, die so schnell nichts umhaut

als fröhlicher Typ, den alle mögen. Die Narration ist immer dann erfolgreich, wenn andere Akteure die eigenen Darstellungen der Ereignisse in der Zeitlinie bestätigen und mittragen. (vgl. Keupp:2002, Seite 207-214)

Am Ende seines Buches wirft Keupp - angelehnt an die Thesen von Axel Honneth? - die Frage auf, ob Identitätsarbeit nicht die Suche nach Anerkennung sei:

"Wie erreiche ich mit dem, was ich tue und wie ich mich darstelle, Anerkennung von signifikanten Anderen?" (Keupp: 2002, S. 252)

Ein Paradoxon auf der Suche nach Anerkennung ist der Widerstreit zwischen dem Wunsch nach Anerkennung bei gleichzeitigen Streben nach Unabhängigkeit. (vgl. Benjamin in Keupp:2002; Seite 252)

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