Interview


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Narratives Interview

Narrative Interviews werden häufig gemacht, um das Lebensgefühl oder die kollektive Erinnerung einer bestimmten Generation oder Bevölkerungsgruppe zu einem bestimmten Zeitpunkt oder einem Zeitraum zu dokumentieren und zu untersuchen.


Quelle: www.sxc.hu

Narrative Interviews werden auch häufiger biographische Interviews genannt, weil weniger der Wechsel von Frage und Antwort im Vordergrund steht, sondern die Geschichte, die eine interviewte Person Ihnen erzählt. Die Interviews werden als sozialwissenschaftliche Methode der Erkenntnissgewinnung eingesetzt, deshalb ist streng darauf zu achten, dass allen Personen die gleiche Eingangsfrage gestellt wird, nur so ist überhaupt Vergleichbarkeit möglich. Auch bei Biographischen Interviews steht eine Forschungsfrage oder Hypothese im Hintergrund, die mit den Interviews beantwortet werden soll. Da es sich hier nicht um ein klassisches Interview handelt, müssen Sie die Eingangsfrage genau überlegen. Gegebenenfalls sollten Sie die Frage im Vorfeld einigen Kollegen/innen oder Freunden/innen gestellen, um herauszufinden, ob die beginnende Erzählung in die gewünschte Richtung geht.


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Die Eingangsfrage ist hier Dreh-und Angelpunkt, an dem sich der Erzählstrang des/der Interviewpartners/in entwickelt. Sie soll den/die Erzählende/n anregen, seine Geschichte zu erzählen, ohne dass dauernd Zwischenfragen gestellt werden. Der Berichtende soll möglichst wenig gelenkt und beeinflusst werden. Einige mögliche Eingangsfragen wären:

  • Berichten Sie bitte, welche Umstände dazu geführt haben, dass Sie Sozialpädagogische Familienhilfe in Anspruch genommen haben. Hypothese: Familien, die Sozialpädagogische Familienhilfe bekommen, fühlen sich dadurch bevormundet und in ihrer Autonomie beschädigt.


  • Erzählen Sie bitte, wie sie damals in Kriegsgefangenschaft kamen und wie sie folgenden Jahre übrstanden haben. Hypothese: Väter, die im Krieg oder in Gefangenschaft waren, verlangen besondere Härte von ihren Kindern, weil für die Väter nichts schlimmer sein kann als ihre eigenen Erlebnisse.


  • Bitte erzählen Sie uns, wie es dazu gekommen ist, dass Sie in die Langzeitarbeitslosigkeit geraten sind. Hypothese: Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit haben das Gefühl, das Leben und der Einfuss darauf sei ihnen entglitten.

Die Personen dürfen erzählen - falls sie nicht völlig abschweifen - bis sie selbst sagen, dass sie nun am Ende ihres Berichts angekommen seien.

Erst dann sollten Sie - im Idealfall - Verständnisfragen stellen. Die Eingangsfrage müssen Sie also gut überlegen im Hinblick auf das Forschungsinteresse, den Aufforderungscharakter und den möglichen Erzählumfang. Ganz grob gilt

  • nur unterbrechen und auf den Erzählstrang zurückführen, wenn der Berichtende völlig abschweift,
  • Verständnisfragen zwischendurch nur dann stellen, wenn sie unabdingbar für das weitere Verstehen sind und
  • wie bei allen Interviews zu Forschungszwecken das Interviewprotokoll nicht vergessen!!!
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