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Praxis: MedienprojektWuppertal2

Medienprojekt Wuppertal von Stefan Werner

Das Medienprojekt Wuppertal unterstützt Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 28 bei der Umsetzung ihrer Filmideen zum Thema aktive Medienerziehung."Die Formen der Filme sind Reportagen, Spielfilme, Trickfilme, Computeranimationen, Experimentalfilme und Musikclips i.d.R. als Kurzfilme."(2003 Medienprojekt Wuppertal) Das seit 1992 laufende Modelprojekt Wuppertal ist momentan das größte Jugend "Medienprojekt" in Deutschland und wird mittlerweile in vielen anderen Städten angewendet. Im Schnitt werden ca. 100 Videos pro Jahr gedreht und bundesweit vertrieben. „Auf Grund ihrer professionellen Form und ihrer authentischen, inhaltlichen Dichte sind die Wuppertaler Jugendvideoproduktionen die meistgesehenen Jugendvideoproduktionen in Deutschland.“( 2003 Medienprojekt Wuppertal) Ansprechend sind sie gerade für Jugendliche, durch ihre aktuellen Themen und nachvollziehbaren Situationen.

Ich habe mich für die DVD "Mit Leid" entschieden, hier geht es um Menschen die Erfahrung im Umgang mit psychisch Kranken haben. Beispielsweise geht es um eine junge Frau, deren Freundin die Diagnose Borderline gestellt wurde, um Eltern die ihre Erfahrung mit ihrer an Depressionen leidenden Tochter teilen. Wie geht ein Kind mit einem an Persönlichkeitsstörung leidenden Vater um und wie lernt es sich aus dieser Beziehung emotional zu lösen. Was passiert mit einem „Familienoberhaupt“, der arbeitsunfähig geworden ist. Wie fühlen sich Eltern, wenn sich ihre einzige Tochter zurückzieht, sich selber verletzt und an einer Essstörung leidet? Und wie sieht die Beziehung mit einem Menschen aus, der an einer grundlegenden Persönlichkeits- und Beziehungsstörung leidet? Dieses Thema finde ich besonders ansprechend, da ich aus eigener Erfahrung sagen kann, wie hilflos man sich in einer solchen Situation fühlt. Gerade psychische Erkrankungen sind in unsere Gesellschaft noch ein Tabu-Thema und Betroffene und deren Familien stehen dem oft hilflos gegenüber. Dazu kommt die steigende Anzahl dieser Erkrankungen, die in jeder Bevölkerungs- und Altersgruppe vorkommt. Egal ob Depressionen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen etc. Hier könnte der Film helfen, helfen über verschiedene Erkrankungen aufzuklären und wie man mit ihnen umgeht. Denn gerade der Umgang mit psychischen Erkrankungen ist nicht einfach, viele Betroffen wollen ihre Erkrankungen nicht akzeptieren oder verheimlichen sie. Zusätzlich bietet der Film die Möglichkeit eine andere Sichtweise zu berücksichtigen. Wie ergeht es den Angehörigen von Erkrankten, gerade diese Seite finde ich spannend und hilfreich. Denn sie sind die Personen die jeden Tag mit den Erkrankungen konfrontiert werden und sich damit arrangieren müssen. Also wie hilft man richtig, ohne sich selbst zu verlieren? Natürlich ist der Film keine allgemeingültige Anleitung, kann aber hilfreich sein um Betroffenen zu zeigen: „Hey, du bist nicht allein“ Zusätzlich macht der Film Mut, wie man den Alltag trotzdem meistern kann und auch welche Chancen man aus dieser „Last“ ziehen kann. Dies hilft aber nicht nur den Betroffenen, gerade weil psychische Kranken immer mehr zur „Volkskrankheit“ werden, Sozialarbeiter müssen immer häufiger nicht nur die oberflächigen Probleme von Klienten lösen, sondern durch die verschiedenste psychischen Erkrankungen versuchen an den Klienten zu gelangen. Wie bei vielen anderen Erkrankungen nicht anders, kann man nicht jedem helfen aber man kann die Lebenswelt verbessern und den Alltag erträglich gestalten.

Leider ist es bei diesem Film nicht möglich gewesen einen kurzen Eindruck durch ein Video zu bekommen, wie bei anderen Filmen auf der Seite von http://www.medienprojekt-wuppertal.de , trotzdem denke ich dieser Film und das Thema das er behandelt, wäre eine Bereicherung für unsere HAWK-Bibliothek, nicht nur für die angehenden Sozialarbeiter!

Zum Schluss noch eine eigene Anmerkung zum Medienprojekt Wuppertal, ich finde dieses Projekt ist eine klasse Idee. Es hilft Probleme und Fragen, die Jugendliche und Heranwachsende haben, verständlich und für ein breites Publikum darzustellen und somit salonfähig zu machen. Jede Filmminute hilft somit, die Welt ein Bisschen besser zu verstehen.

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Zuletzt geändert am 25.06.2012 17:14 Uhr