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Praxis: Stopmotion

StopMotion

Beschreiben Sie, was StopMotion ist und wie man diese Technik sinnvoll in einem medienpädagogischen Projekt einsetzen kann. Nennen Sie ein gelungenes Beispiel.

Mit Stop-Motion lassen sich Einzelbilder zu einer Bewegung zusammenführen. Da eine Kinofilmsekunde aus 24 Einzelbildern besteht, kann man auch mit digitalen Still-Kameras Animationen erschaffen, indem man in nacheinander statisch aufgenommenen Bildern Elemente leicht verändert und sie danach kontinuierlich abspielt. Diesen Effekt, auch aus den klassischen "Daumenkinos" bekannt, kann man sich auch in der digitalen Fotografie zunutze machen und mit viel Geduld, aber ansonsten recht einfachen Mitteln Video-Animationen, ja sogar ganze Filme zustande bringen. Als der Special-Effekt-Mann Ray Harryhausen für den Film "Kampf der Titanen" 1981 Leben in die fantastischen Wesen der griechischen Mythologie einhauchte, war eine von Georges Méliés bereits 1896 erstmals angewandte Filmtechnik auf ihrem Höhepunkt angekommen. Mit dem Einzug der Motion-Control-Technologie und des Computers verschwand die Stop-Motion-Technik fast vollständig aus großen Kinoproduktionen. Selbst Zeichentrickfilme stammen heute fast vollständig aus dem Computer, da die Animation mit Stop-Motion sehr zeitaufwendig ist. Doch was ist Stop-Motion eigentlich? Es ist nichts weiter, als Einzelbilder zu einer Bewegung zusammen zu führen. Da eine Kinofilmsekunde aus 24 Einzelbildern besteht, kann man eine Animation erschaffen, indem man in nacheinander statisch aufgenommenen Bildern Elemente leicht verändert und sie danach kontinuierlich abspielt. Zur Verdeutlichung eignen sich die bekannten Daumenkinos, die sich diesen Effekt zunutze machen und eine Animation zeigen. Durch die hohe Leistungsfähigkeit von digitalen Kameras und Computern ist es heute möglich, mit einfachsten Mitteln beeindruckende Resultate zu erzielen. Das Einzige, was man dazu braucht, sind eine digitale Kamera, eine IR- oder Kabel-Fernbedienung und ein solides Stativ. Die Kamera sollte manuell fokussierbar sein, einen manuell einstellbaren Weißabgleich haben und manuelle Belichtungssteuerung zulassen. Wenn die Kamera einen 16:9-Aufnahmemodus hat, ist das umso besser, denn dann kann man neuere Fernseher und Monitore optimal ausnutzen. Doch auch auf herkömmlichen TV-Geräten sieht ein 16:9-Bild sehr stimmig nach "Kino" aus. Zum Üben der Stop-Motion-Aufnahmetechnik eignen sich Projekte mit Lego-Steinen, da es diese in vielen Variationen gibt und der Aufbau nicht viel Platz in beansprucht. Dabei ist von Vorteil, wenn die Kamera einen Makromodus hat, da die Figuren doch recht klein sind. Das nächste Problem ist die Beleuchtung. Für den Anfang ist eine weiche Lichtquelle empfehlenswert, etwa eine indirekte Schreibtischlampe oder eine Leselampe. Energiesparlampen sollten ein wenig Vorlaufzeit haben, da sich ihre Farbtemperatur nach dem Einschalten noch ändert. Die Basis, auf der animiert werden soll, muss rutschsicher liegen, da selbst kleinste Verschiebungen den Film "versauen" können. Die Kamera stellt man dann auf das "eingemauerte" Stativ und stellt den Bildwinkel so ein, wie man ihn gerne hätte. Der Modus der Kamera wird auf manuell gestellt, auch der Autofokus. Zuerst macht man einen manuellen Weißabgleich, vorzugsweise mit einer Graukarte und nicht mit einem weißen Blatt Papier, Letzteres enthält in den meisten Fällen optische Aufheller, welche die Messung in eine zu warme Farbtemperatur verschieben würden. Dann macht man eine Belichtungsreihe, um die optimale Zeit-/Blenden-Kombination zu ermitteln. Zu beachten ist hier, dass die Blende nachträglich für eine Szene nicht mehr geändert wird, da sonst unschöne Effekte mit geänderter Schärfentiefe auftreten. Der Fokus sollte möglichst auf dem Objekt der Szene liegen, oder die Blende sollte so klein sein, dass der Schärfenbereich optimal groß ist. Die eigentlichen Aufnahmen sind dann eine Fleiß- und Konzentrationsarbeit, denn für jede Sekunde müssen 24 Bilder erzeugt werden; je mehr, desto feiner ist die Bewegung im Film. So kann man bei dieser Arbeit ein Mantra von sich geben "Bewegen – Aufnehmen – Bewegen – Aufnehmen". So entstehen mit der Zeit Bewegungen, Handlungen und – wen der Ehrgeiz richtig packt – auch Spielfilme. Ist die Animation abgeschlossen, müssen die Einzelbilder nur noch umbenannt (am besten numerisch) und dann via Videokonverter in ein Videoformat gebracht werden, was das HD-Format unterstützt (siehe weiterführende Links). Ist auch das geschafft, kann man ggf. mit Videoschnittprogrammen Effekte hinzufügen und die Dramaturgie straffen. Letztendlich wird das Limit von dem, was möglich ist, nur durch die Zeit begrenzt, die man für ein solches Projekt aufzuwenden bereit ist. Ein Gutes Beispiel von dem was möglich ist, zeigt die "Han Solo Affair" von Spite Your Face Productions. http://www.youtube.com/watch?v=WTmuROV842w

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Zuletzt geändert am 08.07.2012 20:26 Uhr