Medien Identität Sozialisation


Schemata und Skripte in der virtuellen Welt

Die Rollentheorie von Goffman hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass es für die Kommunikation und Interaktion einer Selbstpräsentation bedarf. Entscheidend ist hier nicht, den Aspekt der Präsentation einer irgendwie gearteten "Authentizität" gegenüber zu stellen (wie das z. B. von Bolz mit Blick auf das Web2.0 getan wird) und damit Selbstpräsentation normativ, d.h. wertend zu betrachten.

Vielmehr wollen wir dem theoretischen Hintergrund weiter folgen, der sich aus der Konzipierung des personalen und medial vermittelten Bildes als Präsentation und Rolle ergibt. Demnach sind folgende Aspekte weiterführend:

  1. In der Kommunikation und Interaktion vermitteln wir immer - bewußt oder weniger absichtsvoll - ein Bild von uns selber.
  2. diese Bild ist inszeniert mit Hilfe von Zeichen und Medien. Auch Authentiziät muss medial vermittelt und damit inszeniert werden.
  3. Wir ordnen unsere Präsentation in bestimmte vordefinierte Rollen zu. Damit wird unsere Selbstpräsentation für andere erkennbar, verständlich und einornbar.
  4. Unsere Gegenüber benötigen diese Zeichen, die wir selbst vermitteln, sowie ein Wissen um die gesellschaftliche Bedeutung und Verwendung von Zeichen, um unser Bild einordnen zu können. Soziale Eindrucksbildung ist schemageleitet und an Erwartungen orientiert und ermöglicht die Zuordnung zu Stereotypen.

Auf der folgenden Seite finden Sie einen Ausschnitt aus dem Aufsatz von Jürgen Fritz. Fritz hat untersucht, wie Identitätsarbeit in der virtuellen Welt gestaltet werden kann und ob und unter welchen Rahmenbedingungen Transferleistungen von der virtuellen in die reale Welt möglich scheinen oder tatsächlich werden.

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