Soziale Arbeit im Internet


Demenz

Mit zunehmendem Alter nehmen hirnorganische Krankheiten, insbesondere dementielle Erkrankungen, zu. In der EU gibt es derzeit über 4,8 Millionen Demenzkranke, während weltweit um die fünfzehn Millionen Menschen erkrankt sind.

Die Anzahl an pflegebedürftigen Menschen beträgt heute in Deutschland 2,04 Millionen (darunter etwa 1,2 Millionen von mäßiger bis schwerer Demenz betroffene Menschen) und wird in den nächsten vierzehn Jahren (2020) auf 2,25 Millionen Menschen steigen.

Im Jahr 2050 werden bis zu 5,88 Millionen pflegebedürftige Menschen erwartet, darunter 2 Millionen Demenzkranke. Diese Zahlen machen deutlich, dass verschiedenartigen Betreuungsformen demenzkranker Menschen zukünftig zunehmend Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Ca. 60% der 1,2 Millionen Demenzkranken werden von Angehörigen versorgt mit teilweiser Unterstützung durch ambulante Dienste. Der Rest der Betroffenen lebt in Pflegeheimen, Psychiatrischen Kliniken oder wird ausschließlich ambulant betreut.

Symtome

Folgende Symptome prägen die Demenzerkrankung in unterschiedlich starkem Maße:

  • Gedächtnisbeeinträchtigungen
  • Z eitliche und örtliche Orientierungsprobleme
  • Sprachliche Verarmung
  • Affektive Störungen wie z.B. depressive Verstimmungen
  • Antriebsarmut/ Teilnahmslosigkeit
  • Akustische und optische Halluzinationen

Therapie

Durch therapeutische Maßnahmen soll die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden. Dies geschieht entweder durch eine medikamentöse Behandlung und/ oder psychosoziale Interventionen.

Medikamentöse Behandlung

Medikamente werden eingesetzt, um die Leistungen des Gedächtnisses zu stabilisieren. Aufmerksamkeit und Konzentration können gesteigert werden. Genauso werden Medikamente verwendet, um aus der Demenz resultierende Stimmungsschwankungen und aggressives Verhalten zu beeinflussen.

Psychosoziale Interventionsmöglichkeiten

Die nichtmedikamentösen Therapieformen zielen darauf ab, die Lebensqualität der Demenzkranken zu erhöhen. Intervenieren kann man z.B. durch:

  • Psychotherapie
  • Validation (die Lebenswelt des Demenzkranken akzeptieren, ihn nicht an die eigene Realität anpassen, sondern die Wahrnehmung des Erkrankten anerkennen)
  • Basale Stimulation (Eigenwahrnehmung des erkrankten Menschen fördern. Reize können z.B. durch Berührungen, durch Anregung des Geruchs-, Geschmacks- und Hörsinns ausgelöst werden. Dadurch können Erinnerungen wach werden, die Sicherheit und Orientierung geben.)

Pflegende Angehörige

Ca. 60% der 1,2 Mio. Demenzkranken in Deutschland von Angehörigen gepflegt. Die Pflege ist sehr zeitintensiv, beinhaltet sie doch nicht nur die körperliche Pflege, sondern auch emotionale Unterstützung. Erleben die Demenzkranken im ersten Stadium ihre Krankheit noch bewusst, so gilt es sie zu trösten und zu beruhigen. Unterstützung im Haushalt, medizinische Versorgung und organisatorische Aufgaben wie das Stellen von Anträgen und Behördengänge gehören ebenso zu diesem full-time-job. Die Wohnung des Erkrankten muss behindertengerecht hergerichtet und gegebenenfalls mit Orientierungshilfen ausgestattet werden. Unverzichtbar ist zudem, den Tag zu strukturieren, um dem Erkrankten zeitliche Orientierung zu geben.

Das alles stellt für pflegende Angehörige eine enorme Belastung dar, zumal in 70% aller Fälle nur eine Person die Pflege und Betreuung übernimmt. Problematisch ist sicher auch, dass Angehörige bisherige Rollen aufgeben müssen und in eine neue Rolle hineinwechseln. Kinder werden automatisch zu Pflegern und Betreuern.

Häufig bringt die Pflege eines Angehörigen auch Konflikte in der eigenen Familie mit sich. Die zeitintensive Betreuung lässt mit Verlauf der Erkrankung immer weniger Freiräume für das eigene Umfeld. Freundschaften gehen unter Umständen auseinander, weil sie nicht mehr gepflegt werden können. So isoliert sich der pflegende Angehörige immer mehr. Häufig muss auch der Beruf aufgegeben werden, um rund um die Uhr zur Verfügung stehen zu können.

Auch die Entfremdung des eigenen Angehörigen belastet. Wird das eigene Kind nicht mehr erkannt, führt dies häufig zu Enttäuschung und Traurigkeit.

Die nächtliche Unruhe des Demenzkranken stört zudem den eigenen Tag-Nacht-Rhythmus des Angehörigen.

Trotz dieser enormen Belastungen nehmen nur 13% der Angehörigen professionelle Hilfe an. Vielfach sind Beratungsstellen nicht bekannt, die über die Erkrankung, die Pflege, Betreuung und alternative Unterbringung informieren. Dabei beraten die regionalen Alzheimer Gesellschaften sehr umfassend. Sie bieten z.B. pflegenden Angehörigen den Austausch mit anderen an, die in einer gleichen Situation sind. Das Sprechen über Gemeinsamkeiten bedeutet häufig schon eine sehr große Entlastung. Auch lernen die Angehörigen hier die krankheitsbedingten Verhaltensweisen als Symptome der Krankheit zu verstehen.

Es gibt auch Angebote, bei denen sich pflegende Angehörige mit den Erkrankten gemeinsam treffen. Dabei kann es um gemeinsame Gespräche gehen, die die Erinnerung der Betroffenen anregen oder aber um gemeinsame Unternehmungen.

Viele Einrichtungen bieten eine dementengerechte Tagespflege an. Die Angehörigen bringen die Demenzkranken am Morgen und holen sie am Abend wieder ab. Professionelle Helfer und Ehrenamtliche strukturieren den Tag.

Entlastung erhalten Angehörige außerdem durch ambulante Dienste. Diese nehmen ihnen die schwerste körperliche Anstrengung ab, das Waschen und Anziehen der Betroffenen. Wichtig wäre, dass möglichst immer die gleichen Pflegekräfte kommen, damit sich die Demenzkranken an eine Bezugsperson gewöhnen können.

Damit Angehörige entspannen und Energie tanken können, gibt es als Alternative auch die Kurzzeitpflege. Bis zu vier Wochen übernehmen die Pflegekassen die Kosten für die Unterbringung in einer Einrichtung. Hieraus kann sich eine Langzeitpflege und somit Aufnahme in einem Pflegeheim ergeben. Gerade bei zunehmender Pflegebedürftigkeit des Erkrankten sollten Angehörige an dieser Form der Betreuung denken. Heute gibt es in allen Bundesländern Einrichtungen für dementengerechtes Wohnen bzw. spezielle Wohnbereiche für dementiell erkrankte Menschen, in denen eine sehr intensive Betreuung und Anregung gewährleistet ist.

Links

    http://www.altern-in-wuerde.de/

Dies ist eine page, die Alzheimer und Demenz erläutert und Tipss gibt besser damit um zugehen. Diese page bietet viele Infos über diese Krankheiten und steht mit Rat und Tat zur Seite. Diese Seite gibt Anregungen, wie Sie besser mit Demenz und Alzheimer umgehen können. Sie ist sehr hilfreich, wenn Sie sich über diese Krankheiten informieren wollen. http://www.alzheimerinfo.de/home

Die Seite richtet sich insbesondere an Angehörige demenziell erkrankter Menschen. Neben Ursachen werden verschiedene Therapieformen dargelegt. Es werden Tipps zum Umgang mit Demenzkranken gegeben wie auch links zu Beratungsstellen und Angehörigengruppen genannt.

Alltagshilfen für zu Hause werden abgebildet, die die Ernährung und Pflege erleichtern sollen. Weiterhin werden verschiedene Unterbringungsformen vorgestellt. Von der Tagespflege über die Kurzzeitpflege bis hin zur Heimunterbringung. Besonders bemerkenswert sind die Informationen über den betreuten Urlaub. Angehörige können hier gemeinsam mit den demenziell Erkrankten entspannen.

Außerdem wird auf rechtliche Aspekte Bezug genommen. Verfügungen und Vollmachten kann man downloaden.

Außerdem können kostenlose Broschüren über die demenzielle Erkrankung bei Merz, dem Pharmakonzern, der die Seite betreibt, bestellt werden.

Unter news werden regelmäßig z.B. Forschungsergebnisse aktualisiert; ein newsletter kann bestellt werden.

Ein Forum bietet zudem den Austausch mit anderen Interessierten wie auch Ratschläge durch einen Experten.

http://www.alzheimerforum.de/

Diese Seite ist von der Alzheimer Angehörigen Initiative e.V. (AAI) ins Leben gerufen worden. Sie beinhaltet Informationen für Demenzkranke, deren Angehörige, für Einrichtungen und das beteiligte Pflegepersonal.

Die Seite wirkt auf den ersten Blick sehr unübersichtlich aufgrund der Fülle der Informationen und der enormen Verlinkung. Es lohnt sich jedoch etwas Zeit zu investieren, um diese stets aktuellisierte Seite zu erkunden.

Alzheimer Info-Pool

Der Info-Pool beinhaltet Basiswissen, Texte für pflegende Angehörige, die sich mit dem Krankheitsbild, der Therapie und dem Umgang mit geistig verwirrten alten Menschen befassen sowie Hilfsangeboten für Demenzkranke und deren Angehörige. Es werden z.B. betreute Urlaube angeboten, es gibt Hiweise zu rechtlichen und finanziellen Fragen wie auch Literaturhinweise.

Weiterhin stellen Einrichtungen Texte ein über Betreuungsmodelle und -konzepte. Die klassischen "Therapien" bzw. Umgangsformen wie Validation, Biografiearbeit, Milieutherapie usw. werden vorgestellt.

Des weiteren werden Arbeitsmaterialien wie Musterbriefe für Betreuungsgruppen, Spieleanregungen und Weiterbildungsmaterialien zur Verfügung gestellt.

Die Informationen scheinen alle gut recherchiert. Sie entstammen Berichten von Kongressen, Zeitungsartikeln und Diplomarbeiten.

Weiterhin bietet ein Expertenteam bestehend aus einem Arzt, einem Psychologen, professionellen Pflegekräften und sämtlichen Therapeuten Beratung per email an. Betont wird jedoch, dass die Beratung keine juristische, medizinische oder psychologische Behandlung ersezt. Man wird aufgefordert, für das Beantworten von Fragen eine kleine Spende abzugeben.

Eine Liste von in Kürze gesendeten TV-Sendungen ermöglicht dem Interessenten, sich auch über dieses Medium über die Krankheit zu informieren.

http://www.deutsche-alzheimer.de/

Diese Seite ist von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. initiiert. Neben allgemeinen Informationen über Demenz und Alzheimer, bietet diese Seite das spezielle Bonbon der umfassenden Beratung. Neben der Beratung am Telefon, kann man sich auch via email und chat an das Expertenteam wenden. Ein Forum ermöglicht Interessierten und Betroffenen einen regen Austausch über die Krankheit und den Umgang mit eben dieser.

Weiterhin steht eine Fülle an Informationsblättern zur Verfügung, die teils kostenlos heruntergeladen werden können. Zudem wird Literatur zum Thema empfohlen und kann auch direkt bestellt werden.

Positiv für ältere Menschen ist die Gestaltung dieser Internetseite. Die Schrift kann sehr groß dargestellt werden. Außerdem ist die Seite mit warmen Farben gelayoutet.

http://www.alzheimerwgs.de/-betreutewgs.html

Initiiert vom Verein Freunde alter Menschen e.V. richtet sich dieses Angebot an Menschen, die eine Demenz-WG ins Leben rufen wollen wie auch Angehörige Demenzkranker, die Informationen zu dem Thema suchen.

Die Seite ist sehr übersichtlich gestaltet, vor allem werbefrei und bietet eine Menge links zu der Thematik.

Literaturempfehlungen

Alzheimer-Hilfe (Hrsg.): Alzheimer-Patienten fördern. So stärken und schützen Sie verbliebene Fähigkeiten. Frankfurt. 2004

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend - BMFSFJ (Hrsg.): Ambulant betreute Wohngemeinschaften für demenziell erkrankte Menschen. O.J.

Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (Hrsg.): Demenzbewältigung in der „eigenen Häuslichkeit“. Alltagsgestaltung in ambulant betreuten Wohn- und Hausgemeinschaften. Köln. 2004 (= BMGS Modellprogramm Nr. 20)

Dürrmann, Peter: Besondere stationäre Dementenbetreuung II. Konzepte, Kosten, Konsequenzen. Hannover. 2005.

Falk, J.: Basiswissen Demenz. Lern- und Arbeitsbuch für berufliche Kompetenz und Versorgungsqualität. Weinheim, München. 2004

Gutzmann, H./ Zank, S.: Demenzielle Erkrankungen. Medizinische und psychosoziale Interventionen. Stuttgart. 2005

Zgola, J. M.: Etwas tun! Die Arbeit mit Alzheimerkranken und anderen chronisch Verwirrten. Bern. 1989

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