Soziale Arbeit im Internet


Kinder- und Jugendberatung

Durch die Niedrigschwelligkeit dieses Angebotes und den anonymen Zugang fällt es vielen Kindern und Jugendlichen leichter, ihre Probleme anzusprechen und sich Hilfe zu holen. Angst, Scham und Unsicherheit spielen in diesem Kontext kaum eine Rolle und auch Redehemmungen können nicht entstehen. Weitere Motivationen sich an eine Beratung im Internet zu wenden, sind fehlende Kontaktmöglichkeiten vor Ort. Auf dem Land und in kleinen Orten gibt es weniger oder gar keine Beratungsstellen, die Kinder und Jugendlichen können die Hilfsangebote mangels öffentlicher Verkehrsmittel nicht erreichen, die Öffnungszeiten sind eingeschränkt oder sie fürchten, die fehlende Anonymität kleiner sozialer Einheiten.

Oftmals ist es für Kinder und Jugendliche einfacher, sich bei Informationsfragen, Abklärungen und Vergewisserungen ohne großen Aufwand Antworten im Internet holen zu können. Für Kinder und Jugendliche ist es nicht ungefhrlich, im Netz nach Hilfe und Unterstützung zu suchen. Gerade über diese Seiten können z.B. Pädophile recht einfach Kontakt zu Kindern aufnehmen. Sie tarnen ihre Seiten als Hilfsangebote, bieten Chats- und Mailunterstützung an und schon sind erste Kontakte geknüpft. Kinder und Jugendliche sollten sich an Seiten halten, die von offiziellen Stellen der Bundes- oder Länderregierungen sowie den Wohlfahrtsträgern betreut werden. Ein kurzer Blick ins Impressum gibt da eine gewisse Sicherheit. Zeichnet dort lediglich ein vermeintlicher Diplom. Psych., Dr. XY oder etwas nur ein Dipl. Kaufmann verantwortlich, so ist zumindest Vorsicht angesagt.

Die Problemlagen, in denen sich Kinder und Jugendliche befinden, sind ganz unterschiedlicher Natur. Dies können zum Beispiel sein:

Gewalterfahrungen psychischer, physischer und sexueller Art und die hieraus resultierenden psychosomatischen Symptome, beispielsweise Ess-Störungen

selbstverletzendes Verhalten

Freundschaft, Liebe

Sexualität, Schwangerschaft

Kontaktstörungen, soziale Ängste

Sinn(losigkeit) des Lebens, Suizidgedanken

Die Hauptaufgaben des Moderators bestehen im Zuhören und darin, die Probleme, das Leid, den Schmerz der Kinder und Jugendlichen anzunehmen, diese zu verstehen, zu akzeptieren und ernst zu nehmen. Des weiteren soll er Anstöße zur Veränderung geben und die Motivation zur Veränderung aufbauen. Er bietet den Kindern und Jugendlichen fachliche Informationen und ermutigt sie, weitergehende Hilfsangebote für eine persönliche Unterstützung aufzusuchen.


Beispiele für seriöse Onlineberatungsangebote finden sich auf den folgenden Seiten:

kids-hotline

Auf der Seite kids-hotline.de werden Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre beraten. Verantwortlich für die Seite ist der VErein für Kinderschutz e.V. in München. Die Beratung ist kostenlos und bezieht sich auf alle Fragen und Probleme in allen Lebenslagen. Dies kann z.B. sein: Freundschaft, Liebe, Partnerschaft, Familie, Schule, Sucht, Gewalt, etc.

Beraten werden die Kinder und Jugendlichen von anderen Benutzern, also auch durch Alltersgenossen, durch PeerberaterInnen, d.h. Gruppenberatungen, und durch professionelle Berater. Die Berater werden auf der Seite auch kurz mit Namen, Aufgaben und Beruf, sowie Motivation dieser Arbeit vorgestellt. Regelmäßig sind Berater anwesend.

Unterstützung der Ratsuchenden sowie Beteiligung sind sehr gut miteinander verbunden. Die Seite ist ansprechend und übersichtlich gestaltet.

Die Kinder und Jugendlichen können wählen zwischen Foren-, Einzel- oder Chatberatung. Die Forenberatung ist nochmal unterteilt in folgende Themen: Liebe & Sexualität, Familie & Eltern, Sucht, Gewalt, Pubertät, Medizin, Schule & Ausbildung, Sinn & Leben und Regionales.

Um in den Foren mitschreiben zu können, müssen die User registriert und angemeldet sein.


helpmails


DIese Seite ist speziell für Kinder und Jugendliche bis 27 Jahre, die in Mannheim wohnen oder dort zur Schule gehen. Aber sicherlich können dort auch Kinder und Jugendliche Rat suchen, die nicht aus diesem Ort kommen. Verantwortlich für die Seite zeichnen die Stadt Mannheim und die Caritas.

Das Beratungsteam setzt sich aus neun Fachkräften (Psychologinnen, Psychologen und Sozialpädagoginnen) aus Mannheimer Beratungsstellen für Kinder und Jugendliche zusammen. Ebenfalls arbeiten drei Schülerinnen und Schüler mit an der helpmails-Seite.

Fragen, die Kinder und Jugendliche beschäftigen, also in Bezug auf die Schule, die Eltern, die Liebe oder die Arbeit, werden von den Beratern so gut wie möglich beantwortet. Auch kleinere Probleme können angesprochen werden.

Die Fragen werden von den Kindern und Jugendlichen per Mail geschickt und beantwortet. Eine komplett anonyme Beratung ist also nicht möglich. Name, Alter und Adresse, etc. müssen nicht angegeben werden. Positiv lässt sich festhalten, dass die Berater fachlich kompetent sind und professionelle Arbeit leisten.


bke-Jugendberatung

Hier findet Ihr ein Beratungsangebot für Jugendliche. Die Beratung findet durch qualifizierte Fachkräfte statt. Diese arbeiten in Familienberatungsstellen in ganz Deutschland. Die Ratsuchenden können hier ihre Gedanken und Sorgen klären. Die Probleme der Jugendlichen können hier gemeinsam mit den Beratern gelöst werden. Die Ratsuchenden werden ebenfalls darin unterstützt Menschen aus ihrer Umgebung zu finden, die sie unterstützen können, ob es in der Nähe Selbsthilfegruppen gibt und ob sie professionelle Hilfe brauchen.

Es ist eine professionelle Beratung durch Fachkräfte. Wenn den Ratsuchenden nicht nur anhand der Online-Beratung geholfen werden kann, sind die Berater als unterstützende Helfer, für sie da. Sie helfen den Jugendlichen bei der Suche nach Sozialpädagogen, Psychologen und Ärzten, die ihnen helfen können.

Auf dieser Seite ist auch eine „offene Sprechstunde“ zu finden. Das heißt, dass in den Öffnungszeiten Einzelchats stattfinden. Zur Beratungsanfrage können Einzelberatung, Gruppenchat/Themenchat und Foren genutzt werden.

Auf dieser Seite muss man sich registrieren, die Jugendlichen werden aber auf die Themen Verschwiegenheit, Datenschutz und Datensicherheit hingewiesen.


kummernetz

Die Seite ist ein Angebot der AG christliche Onlineberatung e.V. Die Beratung durch 12 aktive Ansprechpartner (Fachpersonal) findet per webmail, Chat oder vor Ort statt.

Weiterhin ist ein Forum im Bereich der Selbsthilfe vorhanden, in dem Kinder von Kindern beraten werden. In diesem Selbshilfe-Bereich nur für Kinder gibt es auch eine Bilder-Galerie, in der Kinder ihre Bilder ausstellen können. Die Idee dieser Galerie ist, dass Kinder die Probleme malen, die sie nicht in Worte fassen können.

Die Seite kann nicht jedem Beratungssuchendem gerecht werden, da jeder Berater nur eine bestimmte Anzahl von Kindern "aufnimmt", um sich ihnen und ihren Problemen widmen zu können. So wird zwar einerseits gewährleistet, dass sich die Berater intensiv um die ihnen zugewiesenen Kinder kümmern können, aber andererseits müssen sich einige ratsuchende Kinder dann an eine andere Seite wenden, um ihre Probleme loszuwerden.


youngavenue

Diese Seite biete eine interaktive und informelle Beratung für Kinder und Jugendliche. Dies ist eine Seite der Kinderschutz-Zentren in Deutschland. Kinder und Jugendliche haben hier die Möglichkeit mit Gleichaltrigen über ihre Probleme im Elternhaus, in der Schule oder in der Freizeit zu kommunizieren. Natürlich können sie auch hier mit erfahrenen Therapeuten in Verbindung treten.

In den Foren können die Mitglieder diskutieren und ihre Fragen zur Disposition stellen. Antwortet jemand auf einen Beitrag, so können alle Forum-Besucher das lesen und darauf erneut antworten. Natürlich können Mitglieder neben den bereits vorhandenen Foren auch ein eigenes Forum zu einem Thema eröffnen.

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