Videopraxis


Film und Fernsehen

Aus der Fotografie heraus entwickelte sich der Film, der letztendlich nichts weiter ist als rasch hintereinander erfolgende Fotografien. Man macht sich hierbei die Trägheit des menschlichen Auges zunutze, die dafür sorgt, dass eine genügend rasche Abfolge von Einzelbildern als eine zusammenhängende Bewegung erscheint (ab etwa 12 Bildern pro Sekunde). Beim Kinofilm sind 24 Bilder pro Sekunde üblich. Erste kommerzielle Filmvorführungen fanden übrigens Ende 1895 statt.

Das Fernsehen unterscheidet sich in mehreren Punkten vom Film: Das Bild wird nicht mehr optisch auf einem lichtempfindlichen Medium gespeichert, sondern in der Kamera mit einem Elektronenstrahl abgetastet und elektronisch wieder reproduziert (im Fernsehgerät). Die Übertragung des Bildes erfolgt dabei direkt über Kabel oder drahtlos über Funk. Die Bildspeicherung erfolgt in der Regel auf einem magnetischen Band.

Folgende Dinge sind in diesem Zusammenhang wichtig zu wissen (wir betrachten hier nur das in Deutschland übliche PAL B/G-Fernsehsystem):

  • Es werden pro Sekunde 25 Vollbilder aufgezeichnet / gesendet.
  • Das Bild wird in Zeilen unterteilt (625 werden übertragen, hiervon sind 576 Zeilen sichtbar).
  • Das Bild wird Zeile für Zeile nach einem bestimmten Verfahren (Zeilensprung) abgetastet, gespeichert und übertragen sowie reproduziert (s.u.).
  • Das ursprüngliche Fernsehen war lediglich schwarzweiß. Beim Farbfernsehen wird das Bild dreifach aufgenommen: Das farbige Bild wird optisch über ein Prisma aufgetrennt in die Farbauszüge für rot, grün und blau (RGB). Es entstehen also drei „Schwarzweißbilder“ mit den jeweiligen Helligkeitsinformationen für rot, grün und blau.
  • Im Fernseher / Monitor werden drei Elektronenstrahlen (beim schwarz-weiß-Fernsehen ist es nur einer) Zeile für Zeile über eine phosphorbeschichtete Glasscheibe gelenkt. Die drei Elektronenstrahlen regen jeweils verschiedene nebeneinanderliegende Phosphorelemente an, die dann unterschiedlich hell in rot, grün bzw. blau aufleuchten. Da diese sehr dicht nebeneinander liegen, erscheinen sie für den Betrachter als ein Bildpunkt mit einer bestimmten Farbe.
  • Da im Gegensatz zum Film das Bild zeilenweise und nicht Vollbild für Vollbild gezeigt wird, würde das Fernsehbild stark flimmern, wenn jeweils 576 Zeilen nacheinander erzeugt werden. Die Dauer einer Zeile beträgt ja nur 0,000 064 Sekunden. Deshalb wird das Zeilensprungverfahren angewendet: Zuerst werden die ungeraden Zeilennummern 1, 3, 5, 7, ... übertragen, dann die geraden 2, 4, 6, 7, ... Somit werden pro Sekunde 50 Halbbilder übertragen, das Bild flimmert weniger auf dem Bildschirm und Bewegungen werden flüssiger aufgelöst und wiedergegeben.
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