Videopraxis


Fotografie

Wichtigste Elemente einer Kamera sind das Objektiv mit den Linsen und der Blende, der Verschluss und schließlich der Film. Mit dem menschlichen Auge verglichen entspricht die Objektivlinse der Augenlinse, die Blende der Iris, der Film der Netzhaut und der Verschluss dem Augenlid.

Verschluss und Blende

Mit Hilfe der Linsen wird das Bild scharf auf der lichtempfindlichen Filmoberfläche abgebildet. Damit weder zu viel (Überbelichtung) noch zu wenig Licht (Unterbelichtung) auf den Film auftrifft, benutzt man den Verschluss und die Blende, um die Lichtmenge zu regulieren. Der Verschluss regelt, wie lange Licht auf den Film fällt, indem er den Lichtweg für eine bestimmte Zeit freigibt. Die Blende dosiert die Menge des Lichts, die in dieser Zeit auf den Film trifft. Ähnlich der Iris im Auge handelt es sich bei höherwertigen Blenden um eine ringförmige Lamellenkonstruktion, bei der sich eine mehr oder weniger große Lochöffnung einstellen lässt.

Verschlusszeit

Die Verschlusszeit wird zumeist in Sekundenbruchteilen angegeben, zum Beispiel bedeutet 125 eine Zeit von 1/125s.

Blendenzahl

Die Blende ist im Strahlengang zwischen den Objektivlinsen und dem Film angeordnet. Die Blendenzahl gibt an, wie groß die Öffnung in Bezug auf die Brennweite des Objektives ist.

Eine Blendenzahl von 1:2 bedeutet, dass die Blendenöffnung halb so groß ist, wie die Brennweite des Objektives. Bei einem 50mm Objektiv wären das 25mm. Da der Zähler immer 1 ist, wird als Blendenzahl der Einfachheit halber nur der Nenner genannt, oft mit einem davorgeschriebenem „F“.

Es gibt eine Reihe normierter Blendenzahlen, diese beginnt bei 1. Die nächste Zahl ist jeweils um den Faktor 1,4 (Wurzel aus 2) erhöht, also: 1 – 1,4 – 2 – 2,8 – 4 – 5.6 – 8 – 11 – 16 – 22 – 32 usw.

Beachte: Kleinere Blendenzahlen bedeuten größere Blendenöffnung und umgekehrt! Verändert man die Blendenzahl von einer auf die nächste Zahl der Reihe, verändert sich der Blendendurchmesser um den Faktor 1,4. Dadurch halbiert bzw. verdoppelt sich die Fläche der Blendenöffnung und somit auch die Lichtmenge, die durch die Öffnung passt. So kommt bei Blende 1,4 achtmal soviel Licht durch, wie bei Blende 4.

Schärfentiefe

Grundsätzlich wird eine bestimmte Ebene des Bildes (die Schärfeebene) mit Hilfe der Fokussierung (manuelle Entfernungseinstellung am Objektiv bzw. Autofokus) scharfgestellt. Objekte, die vor oder hinter dieser Ebene liegen werden mehr oder weniger stark unscharf wiedergegeben. Optisch gesehen wird jeder Punkt der Schärfeebene als ein Punkt auf der Filmebene abgebildet. Je weiter ein Objekt von der Schärfeebene entfernt ist, umso kreisförmiger (größer) werden die Punkte auf der Filmebene, sie „laufen ineinander“, die Bildebene wird unscharf. Den Bereich vor und hinter der eigentlichen Schärfeebene, der auf dem Foto noch als scharf erscheint, wird als Schärfentiefe oder Tiefenschärfe bezeichnet.

Einflüsse auf die Schärfentiefe

Insgesamt ist die Schärfentiefe von den drei Faktoren Blendenöffnung, Brennweite und Entfernung wie folgt abhängig:

  • Eine kleinere Blendenzahl (größere Blendenöffnung!) bringt eine kleinere Schärfentiefe
  • Eine größere Brennweite bringt eine kleinere Schärfentiefe
  • Eine kleinere Entfernung zum Objekt (zur Schärfeebene) bringt eine kleinere Schärfentiefe

Beachte: Die Verschlusszeit wirkt sich nicht auf die Schärfentiefe aus!

Bewegungsschärfe

Mit Hilfe der Verschlusszeit lässt sich die Bewegungsschärfe beeinflussen: Werden schnell bewegte Objekte fotografiert, so verwischt die Abbildung auf dem Film, wenn die Verschlusszeit nicht kurz genug war. Sie erscheinen dadurch unscharf bzw. verschwommen. Mit Hilfe kurzer Verschlußzeiten lassen sich schnell bewegte Objekte (z.B. Wassertropfen) scharf abbilden, so als wären sie in ihrer Bewegung eingefroren.

Schärfe als Gestaltungsmittel

Die Schärfe ist auch im Filmbereich ein wichtiges Gestaltungsmittel. Für Videoaufnahmen ist insbesondere das Verständnis der Blende und ihrer Wirkung wichtig, da eine Änderung der Verschlusszeit neben dem aus der Fotografie bekannten Effekt der Bewegungsschärfe bzw. -unschärfe auch noch einen Stroboskopeffekt oder einen Geisterbildereffekt hervorrufen kann, wenn die Verschlusszeit kürzer als 1/25s oder länger als 1/25s ist. Mehr hierzu unter Kamerafunktionen/Verschlusszeit.

Detaillierte Informationen zu den Grundlagen der Fotografie finden sich zum Beispiel bei

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