Videopraxis


Zeitvorwahl

Die Zeitvorwahl wird oft mit "TV" (TimeValue - Zeitwert) oder "S" (Shutter - Verschluß) abgekürzt. Es wird der Wert für die Verschlusszeit manuell vorgegeben, die Kamera regelt die Blende.

1/50s ist die Standard-Verschlusszeit (für jedes Halbbild wird der Bildsensor für 1/50s belichtet). Die meisten Kameras lassen kürzere Werte zu (1/100s - 1/1000s oder sogar noch mehr), einige auch längere (eine Canon XM2 z.B. 1/6s). Da ein Video aber immer aus 25 Bildern (50 Halbbildern) pro Sekunde besteht, sind folgende Effekte zu berücksichtigen:

Ist die Verschlusszeit länger (1/25s, 1/6s,...), können pro Sekunde nicht mehr 50 Halbbilder erzeugt werden, obwohl dennoch 50 Halbbilder auf Band aufgezeichnet werden müssen. Somit werden die erzeugten Bilder einfach "vervielfältigt", bis wieder 50 Halbbilder pro Sekunde erreicht sind. Das führt zu einem Stroboskopeffekt (abgehackte Bewegungen) und verschwommenen Bewegungsabläufen. Dafür lassen sich aber noch bei geringem Umgebungslicht Aufnahmen machen.

Ist die Verschlusszeit kürzer (1/125s, 1/1000s,...), so wird der Bildsensor in entsprechend kürzerer Zeit ausgelesen, das restliche eintreffende Licht innerhalb der pro Halbbild zur Verfügung stehenden 1/50s bleibt unberücksichtigt. Es handelt sich hierbei um einen elektronischen „Verschluss“, der mit einem eigentlichen mechanischen Verschluss, zum Beispiel bei einer Fotokamera, nur den Namen gemeinsam hat. Eine kürzere Verschlusszeit sorgt bei schnell bewegten Objekten für schärfere Einzelbilder. Dies ist allerdings nicht immer sinnvoll, denn bei 50 Halbbildern pro Sekunde ist eine gewisse Bewegungsunschärfe notwendig, um eine flüssige Bewegung zu erkennen. Im Extremfall sieht das Auge bei sehr kurzen Verschlusszeiten statt dessen eine stroboskopartige Bewegung.

Kurze Verschlusszeiten sind dann angebracht, wenn Standbilder aufgenommen werden sollen (damit ist nicht die Digitalfotofunktion der XM2 gemeint, die dann die Bilder auf einer „SD-Speicherkarte“ speichert, sondern die Standbildaufzeichnung auf dem Mini-DV-Band), oder wenn schnell bewegte Objekte (Sportaufnahmen) hinterher auch in Zeitlupe und Einzelbilddarstellung scharf dargestellt werden sollen.

Bei hochwertigen Kameras lässt sich die Verschlusszeit über eine spezielle Funktion sehr genau an die Bildwiederholfrequenz eines (Röhren-)Computermonitores einstellen, so dass beim Abfilmen derjenigen keine dunklen Bildstreifen durchlaufen. Dies ist sonst der Fall, da sich die Bildwiederholfrequenz des Monitors von der Aufnahmefrequenz der Kamera unterscheidet und hängt mit der zeilenweisen Bilddarstellung zusammen.

Merke: Über die Verschlusszeit hast Du Einfluss auf die Bewegungsschärfe.

Stichworte im Kamerahandbuch

Im Handbuch zu Deiner Kamera findest Du weitere Informationen möglicherweise unter folgenden Stichpunkten:

  • Belichtung
  • Tv
  • Verschlusszeit
  • Blendenautomatik
Bearbeiten · Historie · Hochladen · Aktuelle Änderungen · Druckansicht · Intern · Zuletzt geändert am 07.02.2008 14:49 Uhr