Videopraxis


Beleuchtungsarten

Für eine ausgewogene Beleuchtung, die all dies berücksichtigt, wird man also in den meisten Fällen mehrere Scheinwerfer unterschiedlicher Art und an verschiedenen Positionen benötigen. Die folgende Übersicht stellt die verschiedenen Lichtarten und deren Einsatz vor:

  • Das Grundlicht (Base-Light) ist eine breite, möglichst diffuse und damit schattenarme Grundbeleuchtung zur gleichmäßigen Erhellung der gesamten Szene. Bei Tag ist es meist natürlich vorhanden (Fenster, Außenaufnahmen).
    Arbeitet man in Räumen mit heller Decke, so empfiehlt es sich oft, die Scheinwerfer für das Grundlicht gegen die Decke zu richten, womit man eine weichere und schattenarme Beleuchtung erhält.
  • Das Führungs- oder Hauptlicht (Key-Light) erzeugt für das Bild beabsichtigte Schatten, mit der die Richtung der Beleuchtung und damit der Schattenfall festgelegt wird. Als Grundregel gilt hier, möglichst natürliche Lichtquellen (das heisst beim Dreh tatsächlich vorhandene Fenster oder Lampen) zu verstärken oder aber durch geschickte Lichtführung dem Zuschauer das Vorhandensein einer Lampe zu suggerieren.
  • Das Fülllicht oder Aufhelllicht (Fill-Light) ist zur Minderung der Kontraste des Hauptlichts, so dass Schattenzonen nicht „absacken” und einzelne Details darin erkennbar bleiben. In der Regel ist das Aufhelllicht eine diffusere, schwächere oder weiter entferntere Lichtquelle. Es sollte maximal halb so hell wie das Führungslicht sein. Bei gleich starken Lampen kann man den Abstand zum Motiv vergrößern. Doppelter Abstand entspricht vierfachem Lichtverlust. Zur Abschwächung kann man es auch gegen eine weiße Wand oder einen Schirm richten. So entsteht eine schattenlose Aufhellung. Wichtig ist, dass nicht mehrere Schatten sichtbar werden, sonst weiß man nicht von wo die Hauptlichtrichtung kommt.
  • Das Gegenlicht oder Rücklicht (Back-Light) ist eine Lichtquelle hinter dem Objekt und oft auch von oben, die gegen die Kamera gerichtet ist. Das erzeugt an den Objektkanten Lichtränder. Motiv wird von hinten und oft auch von oben beleuchtet. Rauch, Regen oder Dunst können erst durch ein starkes, schräg zur Kamera stehendes Gegenlicht sichtbar gemacht werden.
    Das Rücklicht sollte heller sein als das Führungslicht.
  • Das Hintergrundlicht (Set-Light) beleuchtet den Raum hinter dem Motiv.
  • Das Spitzlicht (Rim-Light) ist ein spotartiges, also gebündeltes Licht, das gezielt auf Haar- und Schulterpartie von Personen gerichtet wird und diese von oben aufhellt. Dadurch erhält das Haar mehr Zeichnung und Glanz, dunkle Körperpartien wirken ausgeglichener.

Wichtig ist das richtige Positionieren der einzelnen Leuchten. Jeder Scheinwerfer steht in einem bestimmten horizontalen wie vertikalen Winkel zu Kamera und Objekt. Hier gibt es jedoch kein einfaches Richtig oder Falsch, die richtige Aufstellung hängt vielmehr von der erwünschten Wirkung ab.

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