Videopraxis


Filmplanung

Bevor man mit dem Filmen beginnt, sollte man sich genaue Gedanken über den Aufbau machen. Ein Film sollte immer einen gut gestalteten Anfang, einen strukturierten Mittelteil und ein schlüssiges Ende aufweisen.

Eine gute Planung erspart viele Probleme beim späteren Dreh und der Nachbearbeitung, der Zeitaufwand lohnt sich!

Spannungsbogen

Der klassische Spannungsbogen hat seinen Ursprung im griechischen Drama:

  1. In der Ausgangsposition (auch Exposition genannt) der Geschichte werden die Protagonisten1 und ihre Lebensumstände vorgestellt. Der Zuschauer erhält Informationen über Zeit und Ort des Geschehens. Auch kann der Hauptkonflikt schon angedeutet sein.
  2. Das auslösende Moment setzt den Hauptkonflikt zwischen Protagonist und Antagonist in Gang. Meist hat die Hauptfigur ein bestimmtes nicht erreichbares Ziel, wird somit zur Handlung gezwungen, der Konflikt wird deutlich und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.
  3. Die ansteigende Handlung oder Verwicklung zeigt den Grundkonflikt zwischen Antagonist und Protagonist in wachsender Intensität und verschiedenen Variationen. Die gegensätzlichen Ziele beider werden immer deutlicher.
  4. Zum Höhepunkt (auch Klimax genannt) kommt es wenn die letzte große Konfrontation zu einer unumkehrbaren Entscheidung führt.
  5. Die abfallende Handlung und die Lösung zeigen die Konsequenzen der Geschichte und enthalten auch die Interpretation der Geschichte.

Dieser Spannungsbogen ist nicht nur die Grundstruktur eines Filmes, sondern lässt sich oftmals auch in den einzelnen Szenen wiederfinden.

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema Spannung findest Du z.B. in der Wikipedia unter dem Stichwort Suspense

Hilfreiche Fragen zur Planung einer Geschichte

Folgende Fragen bieten eine Grundlage zur Planung einer umfangreicheren Filmgeschichte:

  1. Welche Hauptfiguren gibt es?
  2. Wie sehen die physiologischen, psychologischen und soziologischen Dimensionen der Hauptfiguren aus? Diese Frage ist besonders wichtig, damit die Figuren nicht stereotyp und damit unglaubwürdig wirken. Der Autor muss sie möglichst vielschichtig anlegen und Dinge über sie wissen, die nicht im Drehbuch stehen. Denn die Figuren müssen die Empathie der Zuschauer gewinnen.
  3. Wie ist die Beziehung zwischen den Hauptpersonen?
  4. Wo liegt der Konflikt?
  5. Wie bricht der Konflikt aus?
  6. Was treibt die Handlung voran?
  7. Was will ich zeigen?
  8. Was sind die richtigen Bilder dazu?

Eine Grundregel des Filmes lautet: Zeigen, nicht sagen! Gemeint ist damit, dass der Fluss des Filmes, die Handlung, im Vordergrund steht. Sprache soll eher reduziert werden und auch nicht das erklären, was man besser sieht.

Planungsschritte

Je nach Aufwand des zu erstellenden Filmes sind folgende vorbereitende Schritte nötig bzw. hilfreich:

  • Das Exposé ist eine grobe filmische Skizze der Filmidee, des Hauptkonflikts, der Ursache und der Motive der Haupt- und Nebenfiguren. Die Handlung wird deutlich erkennbar beschrieben. Die filmische Form bleibt jedoch unberücksichtigt.
  • Das Treatment ist der erste schriftliche Entwurf des Films. Es sind Angaben enthalten zu den Charakteren, dem Verhältnis der Figuren, Dialogen, Kommentaren, Drehorten, der Szenengliederung und der Zielgruppe.
  • Das Drehbuch umfasst die genaue Aufstellung des Ablaufs und beschreibt alle wichtigen Informationen (Drehort, Dialoge, Licht-, Ton- und Regieanweisungen, Einstellungen, Perspektiven) Szene für Szene. Ein Drehbuch ist kein Dogma sondern eine Absichtserklärung.
  • Das Storyboard ist die visuelle Darstellung einzelner Einstellungen; quasi das gezeichnetes Drehbuch. Die einzelnen Einstellungen werden logisch skizziert und mit notwendigen Informationen (Zubehör, Einstellungen, Drehort, Perspektiven, Texte) versehen. Es ist eine besondere Hilfe, um die verschiedenen Einstellungen visuell zu beschreiben, so dass die Regie z.B. den Kameraleuten ihre Wünsche bezüglich der Bildgestaltung ohne komplizierte Worterklärungen veranschaulichen kann.
  • Anhand des Drehplans wird die „drehlogische“ Reihenfolge festgelegt. Einstellungen werden nach Drehort und –zeit mit genauen Angaben zur benötigten Techniken, Kostümen, Schauspielern aufgelistet.
  • Die Shot-list ist ein kurzgefasstes "Storyboard" ohne Bilder und eignet sich besonders, um am Drehort die Übersicht über die zu drehenden Einstellungen zu bewahren. Da sie nur textbasiert ist, ist sie auch leicht änderbar.
  • Der Schnittplan enthält die genauen Bandpositionen der benötigten Einstellungen. Es handelt sich dabei z.B. um eine Tabelle in der zu jeder Sequenz die einzelnen Einstellungen gelistet sind mit Vermerken über die Einstellungsgröße, Kameraposition, Bewegungsrichtung, Tonhinweise, kurzer Inhaltsbeschreibung und der Bandposition. Als Übersicht zu den Aufnahmen auf einer Videokassette eignet sich ebenfalls eine einfache Tabelle mit Kassettenbezeichnung, jeweilige Startzeit der Aufnahme (Timecode), kurzer Inhaltsbeschreibung.
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