Videopraxis


Rechtliche Aspekte

Auch mit einer Videokamera vor dem kreativen Auge sollten einige rechtliche Aspekte nicht außer Acht gelassen werden.

Zunächst einmal: Was im "wirklichen Leben" verboten ist bleibt es selbstverständlich auch, wenn eine Filmkamera mit dabei ist. So sind die Bestimmungen des Straf- und Zivilrechts natürlich nicht außer Kraft gesetzt und es sind z.B. Aspekte des Staats-, Jugend- und Datenschutz zu beachten. Auch sollte man ggf. daran denken, eine Drehgenehmigung schriftlich einzuholen, wenn man Dreharbeiten auf dem Gelände von Firmen (Deutsche Bahn, ...) plant. So entgeht man der Gefahr, sich wegen Hausfriedensbruch strafbar zu machen.

Urheberrechte / Finanzielles

Besondere Beachtung gilt den Urheberrechten. Bei einem kleinen Filmchen für das private Kreativvergnügen wird es kaum Probleme mit Urheberrechtsverletzungen geben. Beabsichtigt man aber das Werk einmal öffentlich aufzuführen oder gar zu verkaufen (auch ohne Gewinnabsichten), so sollte man sich unbedingt zuerst - VOR Beginn der Dreharbeiten - genauer mit den rechtlichen Gegebenheiten auseinander setzen, insbesondere mit Punkten wie:

  • Urheberrechte
  • Leistungsschutzrechte
  • Nutzungsrechte
  • Persönlichkeitsrechte
  • Finanzamt / Steuerfragen

Filmmusik / GEMA

Insbesondere bei der Vertonung von Videos mit Musik ist Vorsicht geboten! Wenn dies nicht dem privaten Vergnügen dient, so wird man für die Nutzung von Musik GEMA-Gebühren zahlen müssen (sofern nicht GEMA-freie Musik verwendet wird). Die GEMA ist die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte in Deutschland. Sofern ein Video auf YouTube veröffentlicht wird, ist man bezüglich GEMA-Gebühren derzeit auf der sicheren Seite (LINK zu Pressemitteilung: GEMA und YouTube erzielen Einigung)

Persönlichkeitsrechte

Jeder hat ein Recht auf sein eigenes Bild, seine Schrift und sein Ton. Es darf niemand gegen seinen Willen gefilmt oder fotografiert werden, bzw. bereits gemachte Bilder dürfen bei Einspruch nicht verwendet werden. Dies gilt auch für Tonaufnahmen. In der Regel unbedenklich sind Aufnahmen von Personen des öffentlichen Lebens, die als Personen absoluter Zeitgeschichte gelten. Auch Personen relativer Zeitgeschichte, das heisst Nahestehende von Personen des öffentlichen Lebens zum Beispiel Freund oder Freundin haben weniger Rechte. Normalbürger hingegen sind besonders geschützt. In der Regel sind Aufnahmen einer größeren Masse - beispielsweise anonyme Passanten im „Straßenbild“ - unbedenklich, es sei denn sie erheben dagegen Einspruch. Ausschlaggebend ist, dass der Einzelne kein bildentscheidender Teil ist. Grundsätzlich gilt, dass die Privatsphäre nicht verletzt werden darf. Um eine spätere Verwendung des Materials zu erleichtern, empfiehlt es sich, von allen Beteiligten eine schriftliche Einverständniserklärung einzuholen.

Links zum Thema

Bearbeiten · Historie · Hochladen · Aktuelle Änderungen · Druckansicht · Intern · Zuletzt geändert am 05.02.2008 12:38 Uhr