Videopraxis



Quelle: sxc.hu

Mikrofone

Ein gutes Mikro ist sehr wichtig für gelungenen Ton. Die in Videokameras eingebauten Mikros sind nur in Ausnahmefällen zu verwenden, prinzipbedingt ist der gelieferte Ton in aller Regel bestenfalls mittelmässig:

  • Durch die direkte Befestigung am/im Kameragehäuse werden Hantiergeräusche und Laufwerksgeräusche mit aufgezeichnet (und das durchaus recht deutlich)
  • Das Mikrofon sitzt in der Regel nicht an der Signalquelle: So werden die Umgebungsgeräusche und der Hall ebenfalls deutlich wahrnehmbar aufgezeichnet

Ein Kameramikro eignet sich ggf.

  • zur Aufzeichnung von Atmo-Ton um diesen später in den Film einzufügen (falls z.B. Nachbearbeitung nötig ist)
  • wenn ein Sprecher (bzw. die Signalquelle) relativ nah am Mikro ist
  • als Notlösung, bzw. bei einer spontanen Aufzeichnung

Für die Auswahl des/der richtigen Mikros muss man wissen

  • WAS für ein Signal aufgezeichnet werden soll: Sprache, Geräusche, Musik, Einzelperson, Gruppe, ...
  • WIE NAH man an die Signalquelle gelangen kann (ohne dass ein Mikro im Bild zu sehen ist)

Heutige digitale Kameras (MiniDV) können zwei Tonspuren in CD-Qualität bzw. vier Spuren in etwas verminderter Qualität aufzeichnen. Zwei Tonspuren werden für eine Stereo-Aufzeichnung benötigt (linker und rechter Kanal), somit auch zwei (Mono-)Mikrofone oder ein Stereomikrofon (welches in sich zwei Mikrofonkapseln hat). Mit Hilfe der Stereoaufzeichnung kann der Zuschauer den Ort einer Schallquelle erfassen (links-mittig-rechts).

Für Sprachaufzeichnungen genügt in der Regel eine Monoaufzeichnung (ein Kanal). Bei mehreren Dialogpartnern in einem Film kann man auch nachträglich bei der Tonbearbeitung den Ton der einzelnen Personen mehr nach links bzw. rechts anordnen.

Wichtig ist: Wird ein Mono-Mikrofon an eine Stereo-Mikrofonbuchse einer Kamera angeschlossen, so ist der Ton meist nur auf dem linken Kanal zu hören. Verwendet man ein Mono-zu-Stereo-Anschlusskabel (Zumeist eine "Miniklinke", die Stereoausführung hat zwei Isolierringe, Mono nur einen), so wird das Mono-Signal auf beide Spuren gleichzeitig aufgenommen, man spricht von "Dual-Mono". Damit erreicht man keine Stereoaufzeichnung (die Richtungsinformation fehlt), aber bei der Kopfhörerkontrolle hört man den Ton auf beiden Ohren und bei der Nachbearbeitung muss die (Mono-)Tonspur nicht auf die zweite Spur kopiert werden.

Ton IMMER kontrollieren!

Ganz wichtig: GRUNDSÄTZLICH sollte der Ton IMMER mittels Kopfhörer kontrolliert werden, zusätzlich zur Aussterungsanzeige. Letztere zeigt nur an, DASS ein Tonsignal vorhanden ist, aber sie sagt nichts darüber aus, WAS für ein Signal es ist (das gewünschte oder nur Rauschen oder Brummen?).

Ein häufiges Problem ist das 50-Hertz-Brummen. Die Frequenz des Wechselstromes aus der Steckdose beträgt 50Hz und dieses Störsignal kann z.B. bei ungeeigneten Mikroleitungen in die Leitung "einkoppeln" oder wird über den Netzanschluss übertragen. Hier kann es hilfreich sein:

  • mit Akku anstatt mit Netzteil zu filmen
  • Mikroleitungen möglichst nicht in der Nähe von Stromleitungen zu verlegen
Bearbeiten · Historie · Hochladen · Aktuelle Änderungen · Druckansicht · Intern · Zuletzt geändert am 03.03.2008 17:54 Uhr