Ökosozialer Ansatz
(in) der Sozialen Arbeit


Ökologisch beschreibt Wendt mit dem Modell des Haushaltens. (vgl. WENDT, 1990, S. 23-29)

Der Haushalt ist die „zentrale Kategorie“ in der ökosozialen Theorie, da „dieser Grundbegriff die Gestaltung und Bewältigung des Alltages im einzelnen an den Ertrag im ganzen Leben, an gesellschaftliche Kooperation und Verantwortung für die Natur im Haushalt der Schöpfung knüpft.“ (WENDT, 1990, S. 29)

Einzelne Menschen, Familien oder Kleingruppen
verfügen über natürlich vorkommende oder hergestellte Mittel,
die sie zur eigenen Versorgung und Lebensgestaltung verwenden.

Gewinnung dieser Mittel durch
ein Handeln im Raum (z. B. Wohnen, Arbeitsplatz) & einer organisierten Nutzung von Zeit.

Raum, Zeit und Mittel stehen nur begrenzt zur Verfügung!

Ein Haushalt bringt zeitlich wie räumlich ein natürliches & soziales Geschehen in eine Ordnung.
Ordnung meint hier, dass alle, die im Haushalt leben, ihren Alltag als „sinnvoll“ und „gelungen“ erleben.

Die Ordnung im Haushalt wird gegen die natürlichen Tendenzen zur Unordnung bewahrt.
D. h. haushalten bedeutet auch immer die Herausforderung, die Ordnung gegen äußere Einflüsse und innere Strebungen durchzusetzen, nämlich durch eine Art Informationsprozess: Ein Mitglied des Haushaltes sammelt und speichert Wissen, dass er in die Kommunikation unter den Beteiligten einbringt ==> entweder passen diese ihr Verhalten an oder auch nicht, woraufhin dann andere Wege eingeschlagen werden, wie z. B. Macht und Erziehung.

Die Ordnung der Lebensführung besteht aus bewusst oder zufällig und unbewusst getroffenen Entscheidungen über den Einsatz und die Verwendung von Raum, Zeit und Mittel .
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Qualität des Lebens

Haushalten zwingt die dem Haushalt angehörenden Individuen,
eine Reihe an ökologischer Bedingungen bewusst wahrzunehmen und zu berücksichtigen.
(z. B. Hunger haben und etwas essen, müde sein und schlafen, einem Hobby nachgehen, etc.)

Die moderne Zeit (z. B. übermäßige Angebote zur Bedürfnisbefriedigung, Mobilität) bringt für immer mehr Menschen Probleme und Schwierigkeiten in der Bewirtschaftung der eigenen Existenz und ihres Zusammenlebens mit sich, sie brauchen zunehmend Hinweise, Anleitung und Unterstützung im Umgang mit ihren Mitteln und Möglichkeiten.
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Haushalten und die dafür erforderlichen Kompetenzen lassen sich lernen.

„Ein Haushalt bezeichnet einen Zusammenhang innerhalb weiterer Lebenszusammenhänge; seine Ordnung behauptet sich unter ihnen, zehrt von ihnen und misst sich auch an ihnen. Da handelnde Menschen (im Unterschied zu allen anderen Lebewesen) ihre natürliche und soziale Umwelt bewusst in Anspruch nehmen, stehen sie auch für die Art und weise dieser Inanspruchnahme ein, und zwar in der ganzen Sphäre, die in Mitleidenschaft gezogen wird. Ökologisch denken und handeln heißt, haushaltend mit den im bezeichneten Zusammenhang anvertrauten Werten umgehen.“ (WENDT, 1990, S. 28)

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